Hallo, ich bin Eliza – eine hochsensible Mama von zwei hochsensiblen Kindern.
Als meine Tochter auf die Welt kam, hatte ich das Gefühl, dass sich für mich die Tore des Himmels geöffnet hatten. Ein winziges, wunderschönes Wesen war in mein Leben getreten und schenkte mir eine Liebe, wie ich sie noch nie zuvor gespürt hatte. Jeder Tag mit ihr war ein Geschenk.
Doch schon bald merkte ich, wie sehr mich unser Alltag forderte.
Von ihrer zweiten Lebensnacht an schrie meine Tochter Nacht für Nacht – vom Abend bis zum frühen Morgen. Ich trug sie auf dem Arm und lief stundenlang durch unser Haus. Nur so konnte sie sich beruhigen. Mein Mann und ich wechselten uns ab und hielten diese anstrengenden Nächte fünf Monate lang gemeinsam durch.
Sie schlief weder in ihrem eigenen Bett noch zuverlässig im Familienbett. Oft lagen wir die ganze Nacht wach. Ich liebte meine Tochter unendlich, doch meine Kräfte wurden immer weniger.
Auch tagsüber brauchte sie sehr viel Nähe und Aufmerksamkeit. Mit einem Jahr schaffte sie es, etwa 30 Minuten im Kinderwagen auf dem Weg zum Spielplatz zu sitzen. Auf dem Rückweg weinte sie oft, und ich trug sie nach Hause. Als sie anfing zu sprechen, wurde vieles leichter. Ich war einfach froh, dass sie nachts endlich schlief. Tagsüber verbrachte ich sechs bis sieben Stunden damit, mit ihr zu spielen und für sie da zu sein.
Ich wollte ihr gerecht werden. Doch ich verstand noch nicht, was sie so sehr forderte und warum manche Dinge für sie offenbar schwieriger waren als für andere Kinder.
Als ich begann, nach Antworten zu suchen
Als meine Tochter in den Kindergarten kam, wurde sie sechs Monate lang von einem anderen Kind gemobbt. Sie erzählte mir nichts davon, wollte aber irgendwann nicht mehr in den Kindergarten gehen. Ich spürte, dass sie immer angespannter wurde, wusste jedoch nicht, wie ich ihr wirklich helfen konnte.
Diese Zeit hat vieles in mir angestoßen. Ich wollte verstehen, was in meiner Tochter vorging und wie ich sie besser begleiten konnte.
So begann ich, mich intensiver mit Psychologie und kindlicher Entwicklung zu beschäftigen. Ich las Bücher, nahm an einem Parenting-Programm teil, beschäftigte mich mit verschiedenen Tests und stellte viele Fragen. Schließlich suchte ich auch psychotherapeutische Unterstützung für meine Tochter.
Nach und nach entdeckte ich das Thema Hochsensibilität – und erkannte, dass auch ich selbst hochsensibel bin. Außerdem verstand ich, dass meine Tochter eher introvertiert ist und ihre Erlebnisse auf ihre ganz eigene Weise verarbeitet.
Das war für mich ein wichtiger Wendepunkt.
Ich begann, die Hilfsmittel und Erkenntnisse, die ich mir angeeignet hatte, im Alltag anzuwenden. Statt mich immer wieder zu fragen, warum bestimmte Situationen so schwierig waren, lernte ich, genauer hinzuschauen: Was braucht mein Kind gerade? Was überfordert es? Wie kann ich ihm helfen, ohne dabei meine eigenen Grenzen völlig aus den Augen zu verlieren?
Ich fing an, meine Kinder mehr so anzunehmen, wie sie sind – mit ihren besonderen Bedürfnissen, ihren Gefühlen und ihrem eigenen Tempo.
Unser Familienleben veränderte sich dadurch grundlegend. Nicht, weil plötzlich alles einfach war, sondern weil ich meine Kinder und mich selbst besser verstand.
Unsere Familie ist weitergewachsen
Als meine Tochter drei Jahre alt war, wünschte sie sich eine Schwester. Nach langem Überlegen entschieden mein Mann und ich uns dafür, noch ein Kind zu bekommen.
Im dritten Schwangerschaftsmonat, noch bevor wir das Geschlecht unseres Babys kannten, war meine Tochter überzeugt, dass es ein Junge werden würde. Beim 4D-Ultraschall bestätigte sich ihre Vermutung.
Ihre Enttäuschung werde ich nie vergessen. An diesem Tag sprach sie kein einziges Wort mehr.
Es dauerte ungefähr zwei Jahre, bis sie ihren kleinen Bruder wirklich angenommen hatte. Heute lieben sich die beiden sehr.
Auch diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie intensiv Kinder fühlen können und wie viel Zeit sie manchmal brauchen, um Veränderungen zu verarbeiten.
Warum ich dieses Buch geschrieben habe
Mein Weg hat mir gezeigt, wie wertvoll es ist, hinter das Verhalten eines Kindes zu schauen und seine Bedürfnisse besser zu verstehen. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass auch wir Mütter unsere Grenzen haben und auf uns selbst achten dürfen.
Ich habe nicht auf alle Fragen eine Antwort gefunden, und auch bei uns läuft nicht jeder Tag harmonisch ab. Aber ich sehe meine Kinder heute mit anderen Augen – und begegne auch mir selbst mit mehr Verständnis.
Mit diesem Buch möchte ich meine Erfahrungen und die Erkenntnisse, die mir auf meinem Weg geholfen haben, mit dir teilen.
Vielleicht erkennst du dich in manchen Situationen wieder. Vielleicht fragst du dich auch, warum der Alltag mit deinem Kind manchmal so viel Kraft kostet, obwohl du es über alles liebst.
Dann möchte ich dir sagen: Du bist damit nicht allein.
Du musst nicht perfekt sein. Du musst nicht alles sofort verstehen. Und du darfst lernen, dein Kind zu begleiten, ohne dich selbst dabei zu verlieren.
Ich freue mich, dass du hier bist.
Deine Eliza
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